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Stau, Baustelle und Unfall auf Autobahnen

Verkehrsdurchsagen sind zum festen Bestandteil der Radiosender geworden und kein Tag vergeht ohne Staumeldungen. Bereits ohne Baustellen, Pannen oder Unfälle kommt der Verkehr immer wieder auf Grund der vielen Fahrzeuge auf den Straßen ins Stocken oder zum Stillstand. 

     

 

 

Um den Verkehrsfluss auf Autobahnen zu verbessern, wurden an einigen Anschlussstellen Zuflussregelungen mit Lichtzeichenanlagen installiert.

Sie können effektiv Einfluss nehmen, wenn noch ausreichende Abstände zwischen den Fahrzeugen zum Einscheren bestehen.

Ohne Verkehrslücken in der rechten Fahrspur versagt das Einfädeln jedoch und es kommt zu Verkehrsstockungen und Staus.

Durch eine vorausschauende Fahrweise der beteiligten Verkehrsteilnehmer auf der Beschleunigungsspur und der rechten Richtungsfahrbahn könnte der Verkehrsfluss oft aufrecht erhalten werden. Ist  der Verkehr erst einmal zum Stillstand gekommen, setzt sich der Stau im Domino - Effekt nach hinten fort.


Baustellen:

In den letzten Jahren ist der Verkehr stark angestiegen. Hierdurch  vergrößerte sich die Anzahl der notwendigen  Fahrbahnreparaturen und auch der Bau von zusätzlichen Fahrstreifen wurde erforderlich.

Mit 60km/h dauert das Durchfahren dieser Baustelle 10 Minuten,

eine Zeit, die manchem Verkehrsteilnehmer unendlich erscheint.

In Bauabschnitten ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit begrenzt, da durch die fehlenden Seitenstreifen und die geringere Fahrspurbreite die Unfallgefahr erhöht ist. Diese Maßnahme erhöht auch die Sicherheit für die Bauarbeiter vor Ort.

Von den Verkehrsteilnehmern ist eine erhöhte Aufmerksamkeit auf Grund der größeren Unfallgefahr und den besonderen Fahrbahnbedingungen und -Verläufen gefordert. Die Aufmerksamkeit lässt jedoch mit der Länge der zurückgelegten Baustellenstrecke nach, ein Gewöhnungseffekt tritt ein.  Je größer die Baustellenlänge, desto eher sind Verkehrsteilnehmer zu Überholvorgängen bereit. Die Tendenz zur Erhöhung der eigenen Geschwindigkeit steigt ebenfalls. Die größere Risikobereitschaft wird zur Unfallgefahr.

 

Einspurige Verkehrsführungen in Baustellen  führen bei Panne oder Unfall zur Verkehrsflussblockade.

Vor diesen Baustellen herrscht Staugefahr.

Kommt es  zu einem Unfall oder einer Panne, können die betroffenen Fahrzeuge nicht aus dem Verkehrsraum auf den Seitenstreifen fahren oder geschleppt werden. Das Bilden der Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge ist zusätzlich erschwert bis unmöglich.

Fazit: Je länger der Bauabschnitt, desto größer ist die Gefahren für Unfälle und Staus.

 


Panne im Stau im Bereich von Anschlussstellen oder bei freigegebenem Seitenstreifen als Fahrspur:

   

Vor Abfahrten wird der Seitenstreifen bei Stau oder zähfließendem Verkehr oft von einigen Verkehrsteilnehmern als Fahrspur benutzt, ohne hierfür freigegeben zu sein.

Bei stark befahrenen Autobahnen kommt es jedoch auch durch Beschilderungen zur Freigabe des Seitenstreifens als Fahrspur.

Stehende Fahrzeugen auf dem Seitenstreifen (Unfall, Panne, ...) können zwischen den auf dem Seitensteifen fahrenden Fahrzeugen schlecht erkannt werden. Für das 2. oder 3. nachfolgende Fahrzeug auf dem Seitenstreifen ist die Warnblinkanlage oft nicht oder erst spät erkennbar. Eine offene Heckklappe  mit angehängter Warnweste  verbessert die Erkennbarkeit.

Weitere Hinweise finden Sie unter 

Absicherung einer Pannen- oder Unfallstelle

Durch Beschilderung freigegebener Seitensteifen als Fahrspur

Ist es noch nicht zu einem Stau gekommen und auf den 2 Fahrspuren sowie dem freigegebenem Seitenstreifen fließt der Verkehr mit normaler Geschwindigkeit (> 80km/h) kommt es durch ein Pannenfahrzeug (im linken Bild rot dargestellt) zur Stau- und Unfallgefahr.


Unfälle am Stauende

An Stauenden kommt es immer wieder zu folgenschweren Auffahrunfällen. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Verkehrsteilnehmer sind  abgelenkt

  • der Sicherheitsabstand ist nicht der Geschwindigkeit, den Witterungs- und Sichtverhältnissen und dem Verkehrsaufkommen angepasst

Auf Ihren eigenen Sicherheitsabstand, die Geschwindigkeit und Ihre Aufmerksamkeit können Sie Einfluss nehmen, doch vom nachfolgenden Verkehrsteilnehmer geht die Gefahr im Falle eines Auffahrunfalls aus.      

 

Welche Möglichkeiten haben Sie zur Verbesserung Ihrer Sicherheit?

-           Nutzen Sie die Warnblinkanlage frühzeitig zur Warnung nachfolgender Verkehrsteilnehmer!           -

Frühzeitig bedeutet: Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, wenn Sie

  • einen Unfall sehen

  • vorausfahrende Fahrzeuge die Warnblinkanlage einschalten

  • Fahrzeuge vor Ihnen stark abbremsen

  • Hindernisse oder andere schlecht erkennbare Gefahrenstellen für Sie sichtbar werden.

>> Bremsen Sie frühzeitig <<

  • Hierdurch hat der nachfolgende Verkehrsteilnehmer mehr Reaktionszeit.

  • Wenn er nicht reagiert ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Ihren Fahrzeugen geringer

  • Fall es zum Auffahrunfall kommt, haben Sie einen größeren Abstand zum letzten, stehenden Fahrzeug, d.h. der Auffahrende schiebt Sie, aber quetscht Sie nicht zwischen sich und dem letzten stehenden Fahrzeug ein.

Das frühzeitige Bremsen ist besonders wichtig, wenn der Fahrer des nachfolgenden Fahrzeuges durch die Abmessungen Ihres KFZ nicht den weiteren vorausfahrenden Verkehr sehen kann.

Unterschiede der verschiedenen Bremsverläufe:

Verlauf einer Bremsung, die kurz vor dem stehenden Fahrzeug am Stauende erfolgt:

Anmerkung:

Hier sind verschiedene Unfallszenen mit Modellfahrzeugen dargestellt. Statt der LKW - Modelle hätten auch Busse, Transporter, Vans oder PKW verwendet werden können.

 

Rot gepunktete Linie im Diagramm rechts:

Ab hier sind die Bremsleuchten an.

 

Sichtbereich des PKW-Fahrers hinter dem LKW

Der Fahrer des grünen PKW hat keine Sicht auf den vorausfahrenden Verkehr vor dem Container - LKW. Dessen Fahrer bremst erst unmittelbar vor dem Stauende.  Ein Auffahrunfall ist für den LKW - Fahrer hier oft ohne erhebliche gesundheitliche Folgen - für den PKW Fahrer nicht.

Das ungebremstes Auffahren eines Fahrzeuges am Stauende hat schwere Verletzungen  oder den Tod zur Folge. Bei LKW sind die Folgen und Anzahl der beteiligten Verkehrsteilnehmer aufgrund der höheren Fahrzeuggewichte oft größer. Bei Kleintransporter, die einige Tonnen bewegen, ist die Masse geringer als bei LKW, jedoch steigt auch hier die Unfallschwere durch höhere Geschwindigkeiten.


Verlauf eine frühzeitig eingeleiteter Bremsvorgang:

 

Rot gepunktete Linie im Diagramm rechts:

Ab hier sind die Bremsleuchten an.

Bereits weit vor dem stehenden gelben LKW sind  die Bremsleuchten des grauen LKW  aktiv und räumen dem nachfolgenden Verkehrsteilnehmer Zeit zum Abbremsen ein.

 

>> Rechnen Sie mit abgelenkten Fahrzeugführern <<

 

Der sich an das Stauende nähernde Fahrer ist abgelenkt und bremst zu spät.

Er kann einen Unfall nicht verhindern und der PKW wird zwischen den LKW eingeklemmt.

Welche Möglichkeiten haben Sie hier am Stauende zur Verbesserung Ihrer Sicherheit?


Rettungsgasse bilden

 

Damit Rettungskräfte mit den Fahrzeugen schnell zum Einsatzort gelangen können, ist beim Stau eine Rettungsgasse zu bilden. Diese befindet sich bei 2 Richtungsfahrbahnen in der Mitte und bei drei Richtungsfahrbahnen zwischen der linken und der mittleren Fahrspur.

> Rechnen Sie im Stau mit Einsatzfahrzeugen von hinten. Beobachten Sie auch den rückwärtigen Verkehrsraum in den Spiegeln und ermöglichen Sie eine Durchfahrt für die Einsatzfahrzeuge.